CULTURE MAGAZINE

AUSSTELLUNGEN
Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur

Kunstmuseen Krefeld
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Peter Behrens
Plakat AEG Metallfadenlampe/Zirka ein Watt pro Kerze, 1907
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin
Farblithographie
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld
Peter Behrens – Plakat AEG Metallfadenlampe/Zirka ein Watt pro Kerze, 1907
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin
Farblithographie – Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld

Eine Schatzkammer des Konsums

Die Kunstmuseen Krefeld präsentieren derzeit eine sehenswerte Ausstellung von großer kulturhistorischer Bedeutung. Unter dem Titel „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ findet diese außergewöhnliche Ausstellung im Kaiser Wilhelm Museum (KWM) statt. Dieses bemerkenswerte Kulturereignis ist nicht nur ein Höhepunkt im Rahmen der 650-Jahr-Feier der Stadt Krefeld, sondern markiert auch ein wichtiges Jubiläum: das 100-jährige Bestehen des Museums selbst. Die facettenreiche Ausstellung taucht tief in die Geschichte der Konsumkultur ein und beleuchtet auf spannende Weise deren enge Verflechtung mit der Welt der Kunst.

Julius Gipkens
Plakat Kaiser Brikett, 1913
Farblithografie
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld
Julius Gipkens – Plakat Kaiser Brikett, 1913, Farblithografie
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin
Kunstmuseen Krefeld Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld

Karl Ernst Osthaus und sein Vermächtnis

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der visionäre Sammler Karl Ernst Osthaus aus Hagen. Vor einem Jahrhundert gründete er mit dem Deutschen Museum für Kunst in Handel und Gewerbe (DM) eine der ersten Designsammlungen der Welt. Die Sammlung umfasst ein beeindruckendes Spektrum an Exponaten, darunter Plakate, Werbegrafik, Typografie, Fotografien, Tapeten, Stoffe, Alltags- und Luxusgegenstände. Sie bildet heute den Kern der Krefelder Museumssammlung im Bereich der angewandten Kunst. Osthaus arbeitete eng mit führenden Künstlern seiner Zeit wie Henry van de Velde, Walter Gropius und Peter Behrens zusammen. Gemeinsam trugen sie zu einer beeindruckenden Sammlung von Werbegrafik und Alltagsprodukten bei, die in den 1920er Jahren den Grundstein für das Bauhaus legten.

Hans Rudi Erdt
Plakat Automobile/Opel, 1911
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin
Farblithographie
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld
Hans Rudi Erdt Plakat Automobile/Opel, 1911
Druck: Hollerbaum & Schmidt, Berlin Farblithographie Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld

Verschmelzung von Ästhetik und Wirtschaft

Die Ausstellung beleuchtet die Verschmelzung von ästhetischen Idealen und wirtschaftlichen Zielen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit dem Aufkommen der industriellen Massenproduktion veränderte sich nicht nur die Herstellung von Produkten, sondern auch deren Präsentation. Kunstvoll gestaltete Schaufenster und prunkvolle Warenhäuser wurden zu Schauplätzen des städtischen Alltags, und die Werbung wurde im öffentlichen Raum immer präsenter. Diese Entwicklung führte zur Entstehung von Corporate Identity und modernen Werbestrategien. Aus Künstlern wurden Gebrauchsgrafiker und Produktdesigner, die eine neue Formensprache für den modernen Alltag entwickelten. Diese Veränderungen, die in der Ausstellung anschaulich dargestellt werden, verdeutlichen die Bedeutung der von Osthaus angestrebten Einheit von Kunst und Leben.

Alfred Messel
Warenhaus Wertheim, Berlin, 1896/1905
Erster Bauabschnitt, Lichthof
Fotografie, angefertigt vom Institut Dr. Franz Stoedtner
Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld
Alfred Messel Warenhaus Wertheim, Berlin, 1896/1905
Erster Bauabschnitt, Lichthof Fotografie, angefertigt vom Institut Dr. Franz Stoedtner Kunstmuseen Krefeld
Foto: Dirk Rose / Kunstmuseen Krefeld

Impulse für Gegenwart und Zukunft

Die Ausstellung „Die große Verführung“ ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern regt auch zum Nachdenken über die Bedeutung der Konsumkultur für unsere heutige Gesellschaft an. Sie zeigt, dass zeitlose Fragen wie die Rolle von Kunst und Design im Alltag, die Bedeutung des „guten Geschmacks“ und des „richtigen Konsums“ sowie die nachhaltige Einbindung von Museen in die Gesellschaft nach wie vor aktuell sind. Die Ausstellung spannt einen inspirierenden Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und regt dazu an, die eigene Sammlung mit neuen Augen zu betrachten und mit aktuellen Fragestellungen zu verknüpfen. Insgesamt bietet die Ausstellung einen tiefen Einblick in die Konsumkultur und ihre enge Verbindung zur Kunst und schlägt eine spannende Brücke zwischen den Epochen.

Weitere Informationen

Die Ausstellung „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ auf der Website der Kunstmuseen Krefeld.

Buchcover: „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“
Foto: Wienand Verlag

Buch zur Ausstellung

Das Buch zur Ausstellung „Die große Verführung: Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld erschließt die einzigartige Sammlung des Deutschen Museums für Kunst in Handel und Gewerbe (DM). Zwischen 1909 und 1919 von Karl Ernst Osthaus kuratiert, bietet die Sammlung einen spannenden Einblick in die Kunst und das Design des frühen 20. Das im Wienand Verlag erschienene Buch beleuchtet die historische Bedeutung der Sammlung für die Konsumkultur und die Verschmelzung von Kunst und Alltag dieser Zeit.

TitelDie große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur
HerausgeberMagdalena Holzhey, Ina Ewers-Schultz, Katia Baudin
AutorenMagdalena Holzhey, Ina Ewers-Schultz, Katia Baudin, Gerda Breuer, Renate Flagmeier, Reinhold Happel, Christiane Lamberty, Daniel Reynolds, Robin Schuldenfrei, Birgit Schulte, Rainer Stamm, Karoline Urbitzek
VerlagWienand Verlag
EinbandFälzelbroschur
Seiten368
SpracheDeutsch
Abmessungen17 x 24 cm
ISBN978-3-86832-765-6
Preis36 €

Weitere Informationen zum Buch „Die große Verführung. Karl Ernst Osthaus und die Anfänge der Konsumkultur“ (Werbung) auf der Website des Wienand Verlags.

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