CULTURE MAGAZINE

Otto Herbert Hajek

28.10.2023 - 06.10.2024

O
Otto Herbert Hajek
ohne Titel, 1977
Serigrafie, 60,4 x 60,2 cm
Otto Herbert Hajek – ohne Titel, 1977
Serigrafie, 60,4 x 60,2 cm
O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart

Kunst im Dialog mit Stadt und Raum

Das Kunstmuseum Stuttgart bietet eine fesselnde Retrospektive, die einen umfassenden Blick auf das beeindruckende Schaffen des renommierten Künstlers Otto Herbert Hajek wirft. Diese Ausstellung geht über eine bloße Präsentation seiner Werke hinaus; sie fungiert als Portal, das die Betrachter dazu einlädt, tief in die faszinierende Welt der künstlerischen Entwicklung einzutauchen. Hierbei steht insbesondere die Wechselwirkung zwischen der Kunst Hajeks und der städtischen Umgebung Stuttgarts im Fokus.

Otto Herbert Hajek
ohne Titel, 1970
Serigrafie, 64 x 61,4 cm
Otto Herbert Hajek – ohne Titel, 1970
Serigrafie, 64 x 61,4 cm
O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Frank Kleinbach

Vielfältiges Œuvre ohne Grenzen

Die Werke von Otto Herbert Hajek entziehen sich geschickt einer eindeutigen Kategorisierung innerhalb einer bestimmten Kunstrichtung. In der Ausstellung des Kunstmuseums Stuttgart wird bewusst auf eine strikte Trennung der Gattungen verzichtet. Stattdessen ermöglicht die direkte Gegenüberstellung von Plastik, Malerei und Grafik einen tiefen Einblick in die Vielfalt seines geometrisch-konstruktiven Formenkanons. Diese bewusste Verbindung unterschiedlicher Ausdrucksformen hebt die kreative Grenzenlosigkeit Hajeks hervor.

Otto Herbert Hajek
Bild 33 Zeichen am Wege 8, 1973–1979
Acryl und Gold auf Leinwand, 170 x 150 cm
Otto Herbert Hajek – Bild 33 Zeichen am Wege 8, 1973–1979
Acryl und Gold auf Leinwand, 170 x 150 cm
O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Frank Kleinbach

Vom Figurativen zur Abstraktion

Hajeks künstlerische Reise beginnt mit figürlich-gegenständlichen Bronzen, Reliefs und Linolschnitten, die religiöse Motive im Stil des deutschen Expressionismus aufgreifen. Parallel entstehen bereits Werke, die von den Abstraktionstendenzen der Moderne durchdrungen sind. Ein Schwerpunkt liegt auf den filigranen Bronzen der Raumknoten und Raumschichtungen ab den 1950er-Jahren, die durch das Spiel von gitterartigen Strukturen und organischen Formen charakterisiert sind.

Otto Herbert Hajek
Farbwege 65/12, 1965
Holz und Stahl, bemalt, 220 x 107 x 48 cm
Otto Herbert Hajek – Farbwege 65/12, 1965
Holz und Stahl, bemalt, 220 x 107 x 48 cm
O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Frank Kleinbach

Kunst und Raum verschmelzen

Ein herausragender Meilenstein in Hajeks Werk sind die „Farbwege“, erstmals 1964 auf der documenta III präsentiert. Diese Environments vereinen plastische Objekte mit Farbstreifen, die sich über Boden und Wände ziehen, und brechen die Grenzen zwischen Kunstwerk, Betrachter und Umgebung auf. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie diese Idee in der Esslinger (op) art galerie 1966 umgesetzt wurde, wo die „Farbwege“ sich über das Gebäude und die Straßen der Stadt erstreckten.

Otto Herbert Hajek
Farbwege 64/3, 1964
Holz, bemalt, 152 x 90 x 36,5 cm
Otto Herbert Hajek – Farbwege 64/3, 1964
Holz, bemalt, 152 x 90 x 36,5 cm
O.H. Hajek-Kunststiftung im Kunstmuseum Stuttgart
© VG Bild-Kunst, Bonn 2023 / Foto: Frank Kleinbach

Malerei als zweidimensionale Plastik

In den 1970er-Jahren widmete sich Hajek vermehrt der Malerei. Seine Gemälde greifen auf das geometrische Formenrepertoire zurück, das auch seine bildhauerische Arbeit prägt. Die Farbpalette in Rot, Gelb, Blau und Gold, gestische Spuren und diagonale Elemente verleihen den Gemälden eine einzigartige Tiefe und knüpfen an frühere informelle Arbeiten und die Farbwege an.

Weitere Informationen

Die Ausstellung „Otto Herbert Hajek“ (Werbung) auf der Website des Kunstmuseums Stuttgart.

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