Die Kampagne „QuitGPT” fordert Nutzer dazu auf, ChatGPT zu verlassen und ihre Abonnements zu kündigen. Sie richtet sich gegen die politischen Verflechtungen großer US-Technologieunternehmen und steht für die wachsende Kritik am Einfluss privater KI-Infrastrukturen auf staatliche Institutionen.
Politische Kritik als Auslöser
Im Zentrum der Kritik stehen mutmaßliche Verbindungen zwischen dem Führungspersonal von OpenAI und der US-Politik sowie Kooperationen zwischen KI-Systemen und staatlichen Behörden. Die Initiatoren des Boykottaufrufs sehen darin eine strukturelle Nähe zwischen Technologieunternehmen und Regierung. Mit dem Boykottaufruf soll sowohl symbolischer als auch ökonomischer Druck entstehen. Nutzer werden aufgefordert, die Plattform zu verlassen, Abonnements zu kündigen und zu alternativen Diensten zu wechseln.
Begrenzte Reichweite
Den Angaben der Organisatoren zufolge haben sich zehntausende Personen registriert und mehrere hunderttausend ihre Sympathie bekundet. Bei geschätzt rund 900 Millionen wöchentlichen ChatGPT-Nutzern weltweit bleibt diese Reichweite allerdings marginal. Beobachter weisen darauf hin, dass Boykottkampagnen gegen digitale Plattformen selten messbare ökonomische Folgen haben, solange keine kritische Masse zahlender oder institutioneller Nutzer erreicht wird. Der Vorstoß zeigt jedoch, dass KI-Plattformen zunehmend nicht nur als Werkzeuge, sondern als Akteure innerhalb politischer und ökonomischer Machtstrukturen wahrgenommen werden.



